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1.10.2014 : 18:15

Luftbild Steinbaracken der "Ausländersiedlung Nürnberg" an der Glatzer und Oppelner Straße, Luftbild 1957.

Leben wie im Dorf

1950/51 wurde das Valka-Lager in Langwasser mit dem Bau von 20 großen Stein- und drei Holzbaracken für die Unterbringung von 1.600 heimatlosen Ausländern erheblich erweitert. In den offiziell als "Ausländersiedlung Nürnberg" bezeichneten Primitivbauten lebten die Menschen unter einfachsten Bedingungen: Alleinstehende Personen mussten sich die kleinen Einzelzimmer teilen; Familien erhielten zwar bis zu drei Zimmer, mussten sich aber mit Toilette und Wasserzapfstelle auf dem Flur begnügen. Dennoch wurden die von freiem Feld umgebenen Baracken für die meisten Bewohner, denen die Auswanderung nicht gelang, zur einzigen Heimat. 1963 erwarb die wbg die Gebäude, da sie dem Ausbau Langwassers im Wege standen. Erst nachdem allen Bewohnern Ersatzwohnungen zugewiesen waren, konnten die Baracken 1965 abgebrochen werden.

 

Bis zu 1.600 heimatlose Ausländer lebten jahrelang unter einfachsten Bedingungen in den Steinbaracken.
Idealisiertes Gemälde der Ausländersiedlung, im Hintergrund die Werkvolk Siedlung, 1962.
Alltagsszenen aus der Ausländersiedlung.
Alltagsszenen aus der Ausländersiedlung.