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18.5.2012 : 7:17

Die 1. Nürnberger Stadtteilpatenschaft in der Presse

Aus der Nürnberger Zeitung vom 12.12.2010

Patenschaft für den Stadtteil Gostenhof


Nürnberg  - „Nachmachen“, fordert Alexander Brochier. Der Unternehmer übernimmt als erster Bürger für einen Stadtteil die Patenschaft und sein Ehrgeiz ist, viele Nachahmer und Förderer auch für andere Stadtteile auf den Plan zu rufen. Er selbst will sich finanziell und inhaltlich für Gostenhof engagieren, nicht nur, weil er ein Faible für den „tollen und faszinierenden Stadtteil mit Potenzial“ hat, sondern auch mit Blick auf nackte Zahlen.

In Gostenhof leben 22500 Einwohner, davon im Vergleich zur Gesamtstadt überproportional viele Kinder und Jugendliche, nämlich 3554. Die Arbeitslosigkeit ist auffallend hoch, ebenso der Anteil der Alleinerziehenden. Viele Familien sind zunehmend überfordert, nicht zuletzt weil das Geld hinten und vorne nicht reicht. Förder- und Freizeitangebote können sie nur dann wahrnehmen, wenn sie nichts oder kaum etwas kosten. „Der Bildungsstand der Kinder ist vom Geldbeutel der Eltern abhängig“, bringt OB Ulrich Maly das Problem auf den Punkt. Die Stadt habe keinen Einfluss auf die Höhe der Regelsätze der Grundsicherung. Aber sie könne versuchen, das soziale Umfeld so zu gestalten, dass sich auch die Kinder aus benachteiligten Familien hier gut entwickeln können.

„Mit einer Beratungsstelle im Rathaus gelingt das natürlich nicht“, gibt das Stadtoberhaupt zu. Nach den Worten des Sozialreferenten, Reiner Prölß, braucht es weitere Angebote neben den bisher bestehenden und eine intensivere Verknüpfung der Sozial-, Bildungs- und Kultureinrichtungen. Das ist genau nach dem Geschmack des neuen Paten, mit dem sein Referat intensiv zusammenarbeiten wird. Auch er plant, Synergien zu nutzen und Neues auf den Weg zu bringen, „damit Gostenhof ein lebens- und liebenswerter Stadtteil mit vielen glücklichen Kindern wird“.

Das Modell Gostenhof soll die Blaupause sein für Stadtteile mit ebenfalls besonderem Entwicklungsbedarf. Die Partnerschaft ist auf mehrere Jahre angelegt und derzeit mit 25000 Euro aus der „Brochier Stiftung“ ausgestattet. Davon wird der Bildungstag am 8. April 2011 bezahlt, außerdem für mehr als 20 Kindertagesstätten pädagogische Programme, Material und Exkursionen. Bezuschusst werden außerdem individuelle Lernförderung, Elternkurse und Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und die ganze Familie.

In Kooperation mit dem Theater Pfütze sollen außerdem alle Kinder der Preißler-Schule im Laufe eines Schuljahres Theaterstücke einstudieren und am Schuljahresende vor Publikum aufführen. Noch ist dieses Vorhaben Zukunftsmusik. Alexander Brochier aber hält es für besonders wichtig, um das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu stärken und ihre sprachlichen Fähigkeiten zu fördern.

Der Stadtteilpate ist sich sicher, genügend Stadtteilfreunde zu gewinnen, um die dafür erforderlichen 50000 Euro aufzubringen. Alexander Brochier ist unter anderem als Gründer der Stiftung „Stifter helfen Stiftern“ ein Förderer des Stiftungszentrums und Träger des Deutschen Stifterpreises 2006 des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.